Frühe Förderung

Lancierung Lerngelegenheiten 2014

Wie Kinder die Welt erkunden und wie wir sie dabei begleiten können

Foto: Robe&Rose
Foto: Rob&Rose

Nach zwei Jahren Projektarbeit stellte die Bildungsdirektion des Kantons Zürich am 14. März 2014 die Ergebnisse des Projektes «Lerngelegenheiten für Kinder bis 4» vor. Dazu gehören 40 Kurzfilme über frühkindliches Lernen im Alltag. Angesprochen werden mit den Filmen Eltern und weitere Betreuungspersonen. Die Filme stehen in 13 Sprachen zur Verfügung und sind über eine Webseite frei zugänglich. Rund 150 Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden, der Mütter- und Väterberatung, der Erziehungsberatung, der Erwachsenbildung, der Sozialarbeit, der Tagesfamilien, der Spielgruppen, der Kindertagesstätten, der beruflichen Aus- und Weiterbildung, des Gesundheitswesens, des Netzwerks Kinderbetreuung Schweiz, des Verbands Kinderbetreuung Schweiz, Verband Kindertagesstätten der Schweiz und des Schweizerischen Roten Kreuzes waren eingeladen, um Informationen aus erster Hand zu erhalten.

Jedes Kind im Kanton Zürich soll einen guten Start ins Leben haben. Das ist das Grundanliegen der Strategie Frühe Förderung der Bildungsdirektion des Kantons Zürich. Mit der Lancierung des Projekts «Lerngelegenheiten für Kinder bis 4» kommt sie diesem Ziel einen Schritt näher, wie Regine Aeppli, Bildungsdirektorin, in ihrem Eröffnungsreferat ausführte. Es kursierten vielfach falsche Vorstellungen von früher Förderung. Es brauche kein Frühchinesisch, es brauche aufmerksame Erwachsene die die Interessen von Kindern wahrnehmen und sie unterstützen. Die Filme zeigen, so die Bildungsdirektorin, „ dass das Leben eine genügend grosse Lehre für kleine Kinder sei“. Ihr Wunsch wäre, dass die Filme möglichst viele Eltern und Bezugspersonen kleiner Kinder erreichen. Sie danke der Jacobs Foundation, der Stiftung Mercator Schweiz, der Victor Dürrenberger-Stiftung und dem Lotteriefonds des Kantons Zürich für das Bereitstellen der notwendigen Mitteln. Ohne dieses Engagement hätte das Projekt nicht realisiert werden können.

Das Marie Meierhofer Institut für das Kind in Zürich war für die fachliche Leitung des Projektes zuständig. Dr. Heidi Simoni, Direktorin des Instituts, gab einen Einblick in die Entstehung der Filme. Aus dem rund 250 Stunden umfassenden Filmmaterial wurden 40-mal drei Minuten entnommen, untertitelt, mit mündlichen sowie schriftlichen Kommentaren versehen und übersetzt. Die Auswahl der Szenen erfolgte durch einen Fachbeirat. Für alle Szenen wurden zusätzlich Fachkommentare erstellt, welche eine eindeutige Verbindung zum Orientierungsrahmen für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung herstellen. Die Filme entstanden in einer Teamleistung von Professionellen aus Forschung, Film, Gestaltung, Musik und Ton, Kommunikation und Webdesign. Besondere Erwähnung finden sollen auch die Leistungen aller Übersetzerinnen und Übersetzer.

Luljeta Krasniqi, aufsuchende Sozialarbeiterin der Stadt Winterthur, war Mitglied des Fachbeirats des Projektes. Sie beschrieb anhand eines Fallbeispiels, wie die Kurzfilme ihre Arbeit mit den Familien konkret und praktisch unterstützen werden. David Müller verdeutlichte als Leiter der Geschäftsstelle Elternbildung des Amtes für Jugend und Berufsberatung der Bildungsdirektion, wie die Kurzfilme in der Elternbildung einsetzbar sind und wie Eltern von diesem Angebot profitieren können.

Prof. Dr. Margrit Stamm, Institut für Bildungsfragen Schweiz und emeritierte Professorin für Erziehungswissenschaft der Universität Fribourg, war für die wissenschaftliche Beratung der Projektverantwortlichen der Bildungsdirektion zuständig. Frau Stamm unterstrich die Bedeutung des Elternhauses und der familienergänzenden Betreuungsangebote auf die Entwicklung von Kinder. Die Kernfamilie sei primäre Sozialisationsinstanz und der erste Bildungsort im Leben eines Kindes. Förderprogramme im frühkindlichen Bereich seien intensiver und anhaltender, wenn sie auch an die Eltern adressiert wären. Dies sei eine ausgesprochene Stärke des Projektes „Lerngelegenheiten für Kinder bis 4“. Zudem könnten Filme, die vollständig in 13 Sprachen vorliegen, Familien aus allen sozioökonomischen Schichten ansprechen.