Bildungsplanung

NaTech: Förderung von Naturwissenschaft und Technik in der Allgemeinbildung

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Ausreichende Kenntnisse in Naturwissenschaften und das Verstehen von Technik sind wichtige Bestandteile einer breiten Allgemeinbildung. Naturwissenschaften und Technikverständnis sind deshalb wirksam in der schulischen Ausbildung zu verankern. Dabei muss der Aufbau von Erfahrungen, Einstellungen und Lernen früh beginnen und sich über alle Bildungsstufen erstrecken.

Das ehemalige Zürcher Hochschulinstitut für Schulpädagogik und Fachdidaktik (ZHSF) hat 2009 im Auftrag der Bildungsdirektion eine Expertise zum Thema Naturwissenschaft und Technik in der Allgemeinbildung im Kanton Zürich erstellt. Darin wurden Erkenntnisse über den Stand und die Qualität der Ausbildung und die wichtigsten Probleme im Bereich Naturwissenschaften und Technikverständnis in der obligatorischen Schule, an den Gymnasien sowie in der Ausbildung der Lehrkräfte dargelegt.

Massnahmen zur Förderung von Naturwissenschaft und Technik in der Allgemeinbildung im Kanton Zürich

Auf der Basis der Expertise und eines Berichtes der Bildungsdirektion hat der Bildungsrat am 26. April 2010 «Massnahmen zur Förderung von Naturwissenschaft und Technik in der Allgemeinbildung im Kanton Zürich» beschlossen und die Bildungsdirektion mit deren Umsetzung beauftragt. Im Juni 2012 hat der Bildungsrat an einem Hearing den Stand der Umsetzung der Massnahmen zur Kenntnis genommen. Am 27. September 2013 wurde die Öffentlichkeit an einer Medienkonferenz über die Schwerpunkte in der NaTech-Förderung informiert.

  1. Fachdidaktisch abgestützte Leitlinien für guten und lernwirksamen NaTech-Unterricht sowie für überfachliche Themen im Bereich «Natur und Technik» für alle Stufen der Volksschule bilden die Grundlage für die Verbesserung der Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen der Volksschule sowie für die Beurteilung und Neuentwicklung von Lehrmitteln und Unterrichtsmaterialien. Die Leitlinien wurden im Juni 2011 publiziert.
  2. Die bestehenden Lehrmittel im NaTech-Bereich wurden in einem internen Expertenbericht auf ihre Qualität hin überprüft. Die Pädagogische Hochschule Zürich erstellte ein Inhalts- und Didaktik-Konzept für Naturwissenschaften und Technik vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe der Volksschule. Auf dieser Basis hat der Bildungsrat zwischen 2013 und 2015 Beschlüsse gefasst mit Blick auf die Neuentwicklung von Lehrmitteln bzw. die Zulassung oder Weiterentwicklung bestehender Lehrmittel. Der Lehrmittelverlag des Kantons Zürich arbeitet in Kooperation mit anderen Verlagen an der Realisierung der Lehrmittel.
  3. Durch Anpassungen und Ergänzungen bei der Gestaltung der Studiengänge und im Lehrangebot der Pädagogischen Hochschule Zürich sowie durch zusätzliche Fachdozenturen wird die Ausbildung der Volksschullehrpersonen in Natur und Technik verbessert. 2013 wurde an der Pädagogischen Hochschule Zürich das Zentrum für Didaktik der Naturwissenschaften (ZDN) gegründet. Auf der Basis eines von der Pädagogischen Hochschule Zürich und dem Institut Unterstrass erarbeiteten Weiterbildungskonzeptes besteht seit Beginn des Schuljahres 2013/2014 ein breites Weiterbildungsangebot für einzelne Lehrpersonen und ganze Schulen. 12 Schulen im Kanton Zürich nahmen zwischen 2012 und 2015 mit Unterstützung der Bildungsdirektion am Deutschschweizer Projekt SWiSE-Schulen teil.
  4. Die für die Gymnasiallehrerausbildung verantwortlichen Hochschulen (Universität Zürich und ETH Zürich) haben Massnahmen entwickelt, um die Attraktivität der Ausbildung zur Gymnasiallehrperson in NaTech-Fächern zu steigern und dem bestehenden Lehrermangel (vor allem in den Fächern Chemie und Physik) wirksam zu begegnen. Die Universität Zürich hat im Herbst 2013 das Science Lab eröffnet. Es steht Mittelschullehrpersonen für ihre fachliche und fachdidaktische Weiterbildung und ganzen Schulklassen als externer Lernort zur Verfügung.
  5. Alle Zürcher Mittelschulen erarbeiteten bis im Sommer 2014 schuleigene NaTech-Förderkonzepte für die Bereiche (1) Aufbau und Pflege einer MINT-Kultur, (2) Interdisziplinarität, (3) Nutzung externer Lernorte, (4) Interesse an NaTech wecken, insbesondere bei jungen Frauen, (5) Unterstützung der Maturandinnen und Maturanden bei der Studienwahl.
    Der Bildungsrat hat Vorgaben gemacht über die minimale Stundendotation in den Fächern Biologie, Chemie und Physik in den ersten drei Jahren des Langgymnasiums.
    Verschiedene Gymnasien haben naturwissenschaftliche Integrationsfächer als zusätzliche interdisziplinäre Unterrichtsgefässe eingerichtet. Die Massnahmen der Mittelschulen im Bereich der NaTech-Förderung sind auf der Website des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes (MBA) näher beschrieben.

Dokumente

Verantwortlich

Sybille Bayard

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