Bildungsplanung

Chance Sek - Weiterentwicklung der Sekundarstufe der Volksschule

Projekt Chance Sek

"Chance Sek" befasst sich mit der Weiterentwicklung der Sekundarstufe der Volksschule im Kanton Zürich. Mit dem neuen Volksschulgesetz von 2005 wurde auch die Sekundarstufe der Volksschule neu konzipiert. Warum also eine neue Entwicklungsphase? Ausgangspunkt ist, dass in der bestehenden Sekundarschule trotz grossem Einsatz der Lehrpersonen wichtige Ziele nicht erreicht werden können. Daher haben Regierungsrat und Bildungsrat des Kantons Zürich beschlossen, die Sekundarstufe in den nächsten Jahren weiterzuentwickeln. Die Sek der Zukunft soll bessere Lernerfolge für alle Schülerinnen und Schüler bringen, mehr Chancengleichheit gewähren und einheitlicher aufgebaut sein.

Von 2008 bis 2010 breite Diskussion im ganzen Kanton

In einem breit angelegten Diskussionsprozess mit Beteiligten und Betroffenen wurde zwischen September 2008 und Dezember 2009 gemeinsam nach Lösungen gesucht. Im Anschluss daran hat die Bildungsdirektion in Zusammenarbeit mit der Begleitkommission die Ergebnisse ausgewertet. Der Bildungsrat hat Anfang Juli und Ende August 2010 darüber beraten, welche Massnahmen zur Weiterentwicklung der Sekundarstufe der Volksschule einzuleiten sind. Am 2. November 2010 wurden die Ergebnisse des Projekts "Chance Sek" und das Vorgehen bei der Weiterentwicklung der Öffentlichkeit vorgestellt.

Weiterentwicklung: Sek-Stufe wird inhaltlich harmonisiert

Für die Weiterentwicklung der Sekundarstufe der Volksschule wurden folgende Massnahmen beschlossen:

  • Der Unterricht soll sich künftig an Kompetenzbeschreibungen orientieren, wie sie im Lehrplan 21 vorgesehen sind. Die Lehrpersonen erhalten die entsprechenden Hilfen, den Unterricht auf diese Kompetenzen auszurichten. 
  • Die Leistungsnachweise der Jugendlichen sollen besser interpretiert werden können. Die Bildungsdirektion trifft deshalb Abklärungen für ein Zeugnis, das die Fähigkeiten und das Wissen der Schülerinnen und Schüler unabhängig von Schule und Schulmodell vergleichbar ausweist. 
  • Leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler sollen noch besser individuell gefördert werden, damit sie die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Übertritt in die Berufsbildung haben. Die Sek als attraktive Alternative zum Untergymnasium soll gestärkt werden, indem auch leistungsstarke und begabte Jugendliche spezifischer gefördert werden. 
  • Im Laufe der 6. Primarklasse soll ein standardisierter Schulleistungstest die Gesamtbeurteilung der Lehrpersonen unterstützen. Damit kann die Zuteilung der Sechstklässlerinnen und Sechstklässler in eine der leistungsdifferenzierten Abteilungen der Sekundarschule verbessert werden.

Ein wichtiges Thema war auch die Frage nach der strukturellen Vereinheitlichung der Sekundarstufe der Volksschule. Eine Einigung auf ein einheitliches Schulmodell wurde mit dem Projekt jedoch nicht erzielt. Der Bildungsrat verzichtet deshalb darauf, eine Strukturreform mit einem einheitlichen Grundmodell für die Sekundarstufe der Volksschule vorzuschlagen. Die Gemeinden haben im Rahmen des Volksschulgesetzes weiterhin die Möglichkeit, ihr Schulmodell selber zu bestimmen.

Der Bildungsrat hat an seiner Sitzung vom 24. Januar 2011 das Volksschulamt und die Bildungsplanung beauftragt, die Arbeiten zur Weiterführung des Projekts «Chance Sek» in die Wege zu leiten (Bildungsratsbeschluss «Chance Sek – Weiterentwicklung der Sekundarstufe der Volksschule». Weiterführung des Projekts und Projektauftrag). Für die Gesamtleitung des Projekts ist neu das Volksschulamt zuständig. Die Arbeiten werden wiederum begleitet durch eine vom Bildungsrat eingesetzte Begleitkommission. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Volksschulamts.

Verantwortlich

Hans-Martin Binder